Rund um den Kopf...

 

 


 

 

Wehrt sich das Pferd gegen das Gebiss, sind nicht zwingend die Zähne daran schuld: Machen Sie ruhig mal den Finger-Check im Nacken

Hier klemmt es häufig: Die zwei Schleimbeutel, die wie Polster auf dem ersten und zweiten Halswirbel liegen, können sich entzünden. Ein weiterer Knackpunkt im Genick ist der Ansatz des Nackenbands, der sich leicht entzündet (Insertionsdesmopathie). Oft ist die Region zwischen Genick und erstem Halswirbel steif und blockiert.
Darauf sollten sie achten: Entzündete Schleimbeutel hinterlassen eine deutliche Schwellung hinter den Ohren, die sogenannte Genickbeule. Die Beule kann warm und schmerzhaft sein. Kopfschlagen und Anlehnungsprobleme beim Reiten können auf ein entzündetes Nackenband hinweisen.
Der Finger-Check : Ihr Pferd sollte nicht besonders empfindlich reagieren, wenn sie mit der Hand hinter den Ohren drücken. Entzieht sich das Pferd der Anlehnung, kann dies auf eine Blockade deuten; auch beim Biegen und Stellen kann es haken, wenn das Genick fest ist.

Das sollten sie tun und lassen: Das korrekte Reiten beugt Genickproblemen am besten vor. Das Nackenbad darf nicht durch zu starkes Abstellen und zu enge Kopfhaltung überstrapaziert werden. Erzwingt der Reiter eine falsche Haltung oder gibt er dem Pferd keine Dehnungspausen, kann dies zu Erkrankungen im Genickbereich führen. Hat das Pferd Schmerzen im Maul, nimmt es ebenso leicht eine Fehlstellung ein. Achten sie darauf,dass das Zaumzeug nicht zu eng sitzt. Bei empfindlichen Tieren können sie das Genickstück abpolstern. Seien sie auch beim Anbinden vorsichtig, damit sich das Pferd nicht ins Halfter hängt oder gar im Strick verfängt.

Info: Die Genickschleimbeutel bilden sich erst nach der Geburt und sind von Pferd zu Pferd ganz unterschiedlich ausgeprägt. Manche Tiere entwickeln gar keine Schleimbeutel und können daher auch keine Genickbeulen bekommen.

 

Tränen lügen nicht…..

Das trübt die Sicht: Bindehautentzündung, periodische Augenentzündung und Verletzungen sind die typischen Augenprobleme.

Darauf müssen sie achten: Entzündete Augen tränen stark und schwellen; die Bindehaut ist gerötet. Das Pferd kneift die Lider zusammen, ist lichtempfindlich oder reibt sich das Auge. Achten Sie auf die Pupille: Ist sie geweitet, verengt, und wie reagiert sie auf Licht?

Das sollten Sie tun und lassen: Rufen Sie unbedingt sofort den Tierarzt, wenn Sie Anhaltspunkte für ein Augenleiden entdeckt haben. Wer zögert, riskiert, dass sein Pferd erblindet. Behandeln Sie Augen niemals selbst!! Und…Salbenreste gehören in den Mülleimer!

Tipp: Diese Drohgebärde dient Ihnen als erster Sehtest: Halten Sie Ihre geballte Faust etwa 60cm entfernt vom Auge und öffnen Sie die Finger schlagartig. Die Lider sollten zwinkern. Jedoch: mir der Hand vor dem Pferdeauge herum zu wedeln ist KEIN sicherer Test!

 


Mit Genuss ans Gebiss

Hier hakt es häufig: Offene Maulwinkel, scharfe Kanten und Haken an den Zähnen, Wolfszähne und kranke Zähne sind DIE Knackpunkte im Pferdemaul. Der Nasenriemen macht ebenfalls häufig Probleme, was sogar zu einer Reizung des Trigeminusnervs führen kann.

Darauf müssen Sie achten: Schwierigkeiten beim Fressen und Rittigkeitsprobleme sind typisch. Schlägt das Pferd mit dem Kopf, reißt es ihn hoch, verwirft es sich oder geht es schlecht ans Gebiss? Hat es keinen Appetit oder kann es nur nicht fressen? Bei Maulproblemen versucht es zu fressen, gibt aber irgendwann auf oder frisst sehr langsam, verspeist wird vor allem weiches Futter wie Mash. Typisch für Zahnprobleme: Es lässt Futter fallen, legt den Kopf beim Kauen schief, Heu oder Graswickel fallen herunter, es speichelt verstärkt. Drücken Sie von außen seitlich gegen die Backen: Wehrt es sich und zieht den Kopf weg, hat es womöglich Schmerzen.

Das sollten Sie tun: Überprüfen Sie ob das Gebiß Ihrem Pferd auch wirklich passt, keine scharfen Kanten hat und richtig liegt (ein bis zwei Falten im Maulwinkel). Der Nasenriemen sollte so verschnallt sein, dass zwei Finger locker Platz haben, und zwar auf dem Nasenrücken – nicht seitlich!

 

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