Infos zu evtl.Problemen am Rumpf


 

 

  

Rücken, Lunge und Darm

Die mächtige Körpermitte des Pferdes ist überraschend empfindlich. Woran erkennen sie ob Ihr Pferd Bauchschmerzen hat, unter einem Rückenproblem leidet oder ihm die Luft ausgeht?

 

Entspannung fürs Kreuz

Hier schmerzt es häufig: Die meisten Probleme mit dem Rücken bereiten Muskelverspannungen und –entzündungen, Satteldruck und Kissing Spines. Von „küssenden Wirbeln“ spricht man, wenn die Dornfortsätze der Wirbelsäule zu eng aneinander stehen. Verspannte Rückenmuskeln können sich entzünden; schuld ist unter anderem Satteldruck. Oft sind die Muskeln überlastet, weil das Pferd plötzlich zu viel leisten muss, nicht korrekt trainiert wird oder der Reiter nicht balanciert sitzt.

 

So testen Sie das Kreuz:

Schauen Sie sich zunächst den Rücken genau an: Ist er gleichmäßig bemuskelt oder ist die Muskulatur auf er einen Seite schwächer. Stehen die Dornfortsätze deutlich hervor – ist der Rücken zu schwach bemuskelt. Optimal ist es, wenn sie zu ertasten aber nicht zu sehen sind.

Achtung: Bei fetten Pferden verschwindet der Knochen im Fett, nicht in den Muskeln. Tasten Sie dann den Rücken beiderseits mit der flachen Hand ab. Die Muskeln sollten sich nicht hart und über die ganze Länge gleichmäßig anfühlen. Mit den Fingerkuppen dann ein wenig fester am Kreuz entlang drücken. Drückt das Pferd heftig den Rücken weg oder will es sogar nach Ihnen beißen, deutet es auf Schmerzen hin. Aber machen Sie bitte diesen Test ohne die Fingernägel einzusetzen!
Beurteilen Sie das Pferd auch in der Bewegung: Wölbt es den Rücken auf? Bewegt es sich in der Biegung gleichmäßig?

 

Das ist schonend für das Kreuz:

Am Besten ist ein gleichmäßiges Training. Am besten täglich. Falls Sie nur am Wochenende reiten und dann aber stundenlang durchs Gelände reiten, ist das eine Belastung für den Rücken. Kontrollieren Sie immer Ihren Sitz, bemühen Sie sich möglichst korrekt zu reiten und das Pferd nicht durch falsche Hilfen fest zu ziehen. Achten Sie auch auf den passenden Sattel der weder drückt noch zu lang ist.
Wichtig: der Sattel darf nicht auf der Lendenwirbelsäule liegen! Und: der Sattel muss auch Ihnen passen! Wenn nicht, sitzen Sie an der falschen Stelle und somit nicht im Schwerpunkt. Ein Sitzfehler pflanzt sich im Pferd fort und führt so zu verspannten Muskeln und kann auf Dauer ziemlich ungesund sein.

 

Air für die Bronchien

Die wiederkehrende Atemwegsobstruktion ist das häufigste Lungenproblem, deren Folge dann die Dämpfigkeit ist. Ein wesentlicher Faktor ist eine Allergie , oft gegen Pilzsporen aus angeschimmeltem Stroh oder Heu; andere reizende Faktoren sind Ammoniak oder Stallstaub.

 

Darauf sollten Sie achten:

Husten ist überhaupt nicht harmlos; “verschluckt“ sich das Pferd regelmäßig, deutet das evtl.auf eine Atemwegserkrankung hin. Aber auch wenn Ihr Pferd nicht hustet, ist das kein Indiz für ein gesundes Atemwegssystem. Nur etwa 60% der erkrankten Tiere husten! Ist der Nasenausfluß gelblich, milchig oder grünlich, sollten Sie den Tierarzt rufen.
Schauen Sie dem Pferd auch in die Nüstern: Eine ausgeprägte Sekretrinne ( die scharfe Linie zwischen pigmentierter Haut und unpigmentierter Schleimhaut verschwimmt) verrät, dass die Atemwege bereits länger entzündet sind. Nehmen Sie die Gesundheit der Atemwege genauso ernst wie die der Beine. Bei dicken Beinen oder Lahmheit rufen Sie ja auch den Tierarzt.

Das sollten Sie tun:

Pferde brauchen hygienisch einwandfreies Futter und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Sorgen sie stets für frische Luft im Stall, auch im Winter. Lassen Sie sich auch nicht beirren, wenn ein anderer Pferdebesitzer meint, sein Pferd hustet weil es zu kalt ist. Wohl eher weil das Pferd zu wenig Frischluft bekommt.

Hat Ihr Tier eine angegriffene Lunge, dann wässern Sie das Heu und stellen es nicht auf Stroh.

 

Fressen für den Darm

Das quält die Gedärme: Geschwüre und Koliken sind die häufigsten Probleme in Magen und Darm Kolik ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Bauch von unterschiedlichster Ursache. Die häufigste Form ist die Krampfkolik. Unter Magengeschwüren leiden etwa 60% aller Sportpferde; bei Freizeitpferden sind es etwa 30%

 

Darauf sollten Sie achten:

Hat Ihr Pferd eine Kolik, zeigt es das meist sehr deutlich: Sie sind zunehmend unruhig, fressen nicht mehr, scharren und schlagen gegen den Bauch, wälzen sich oder werfen sich sogar auf den Boden. Herz und Atemfrequenz sind erhöht. Ganz typisch für Krampfkoliken sind plötzlich einsetzende, heftige Schmerzanfälle, die sich mit Phasen ohne Anfälle abwechseln; das Pferd schein völlig normal.
Achtung: Pferde die lange unter starken Schmerzen leiden, verhalten sich oft sehr ruhig, so dass die Gefahr unterschätzt werden kann. Sehr typisch für Magengeschwüre sind schlechter Appetit. Die Tiere magern oft ab und neigen zu Koliken. Manche knirschen auch mit den Zähnen und speichelt; auch Koppen kann ein Hinweis darauf sein.

 

Das schont die Verdauung:

Die beste Schonkost für Pferde ist reichlich gutes Heu. Minimum sind ca.1,5Kg pro 100Kg Körpergewicht. Da im Laufe der letzten Jahre leider viele Wiesenkräuter - die sich sehr positiv auf Magen und Darm ( Gesunderhaltung und Vorbeugung bei Kolikern) auswirken – von unseren Wiesen und somit vom Speisezettel unserer Pferde verschwunden sind, ist es sehr ratsam diesen Mangel durch eine tägliche Kräuterfütterung als Zusatz zum Kraftfutter auszugleichen. (siehe auch spezieller Bericht :Magen und Darm)


Vermeiden Sie abrupte Futterumstellungen und füttern das Kraftfutter wenn möglich in kleinen Portionen. Stress, etwa bei Transport, Turnier oder zu wenig Platz im Offenstall sollten vermieden werden.

 

 

 

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