Emergency - Der Nottransport

 


 

 

Pferde im Notfall sicher in die Klinik zu transportieren, kann überlebenswichtig sein. Worauf müssen Sie achten? 

Der sichere Transport eines Notfall-Patienten in die Klinik kann über Leben und Tod entscheiden. Sie sollten also auf einen Not - Transport Ihres Pferdes vorbereitet sein. Hier finden Sie wichtige Tipps, worauf Sie grundsätzlich achten sollten. 

Das Gespann

Für Notfälle brauchen Sie ein Zugfahrzeug und Pferdeanhänger. Haben Sie selbst ein Gespann, lassen Sie regelmäßig den Zustand des Hängers, insbesondere der Reifen, Bremsen, Elektrik und Boden  überprüfen. Haben Sie kein eigenes Gespann, sprechen Sie mit Stallkollegen ab, ob Sie im Notfall deren Hänger benützen dürfen. Nehmen Sie sicherheitshalber immer einen Adapter im Kofferraum Ihres Wagens mit, falls der Hängeranschluß nicht zu Ihrem Auto passt.

Notieren Sie sich Rufnummern von Freunden, die im Notfall mit Zugfahrzeug und Hänger aushelfen. Bei Turnieren haben die Veranstalter manchmal spezielle Anhänger für Nottransporte.

 

Transporte bei Frakturen

Bei Frakturen ist es wichtig, das die gebrochene Gliedmasse des Pferds optimal stabilisiert wird, z.B. mit einem Cast (Gips). Der Patient darf z.B. das Bein etwas belasten, denn fürs Pferd ist es schlimm nur auf drei Beinen stehen zu müssen. Das ist Stress pur. Der Tierarzt sollte also unbedingt vor dem Transport Schmerzmittel verabreichen.

Die professionelle Tierrettung hat für Fraktur-Transporte ein Entlastungsgeschirr, in das sich der Patient hineinhängen kann.

Wer keine Ambulanz hat, sollte auf jeden Fall die Geschwindigkeit extrem drosseln. Das Pferd sollte keine Bewegungen des Trailers ausgleichen müssen. Hier werden Pferdebesitzer auf Landstrassen ausweichen müssen, denn mit 30-40km pro Stunde darf man ohne Sonderzeichen auf der Autobahn nicht fahren. Besondere Vorsicht und Schrittgeschwindigkeit gilt in Kurven: Diese belasten sonst die Fraktur massiv. 

 

Tipp:

Fahren Sie die Strecke zur Tierklinik in Ruhe ab; so können Sie die Zeit, die Sie benötigen, besser einschätzen und müssen im Notfall nicht erst nach dem optimalen Transportweg (möglichst wenig Kurven, Steigungen,Ampeln usw.) suchen.

 

Transport von Kolikern

Der Tierarzt muss das Pferd sehr gut auf den Transport vorbereiten und zwar mit Sedation, Schmerz- und Entkrampfungsmittel. Die Sicherheit der Menschen sollte vorgehen, denn ein tobendes Pferd im Hänger kann zu schlimmen Unfällen führen. Viele Tierärzte haben Angst vor einer zu hohen Medikamentendosis und einem Kreislaufkollaps. Das Pferd sollte aber auf dem Transport nicht leiden, und Menschen sollten auch nicht gefährdet werden..

Optimal ist es dem Koliker während des Transports Flüssigkeit infundieren. Der Tierarzt muss dazu einen Venenkatheter legen und 10 - 15 Liter Infusionslösung anhängen. Das stabilisiert den Kreislauf, bis das Pferd in der Klinik ist - und man kann es auch im normalen Hänger machen.

 

Transporte bei neurologischer Störung

Bei neurologischen Störungen, etwa verursacht durch ein Schädel-Hirn-Trauma, sollte man kein Pferd mehr transportieren. Und zwar aus Sicherheitsgründen. Diese Pferde können in einem Moment total ruhig sein und im nächsten toben. Tierärzte können Pferde mit Störungen des zentralen Nervensystems zudem nicht optimal auf den Transport vorbereiten, weil sie etwa auf Sedation nicht ansprechen. Ob ein Pferd im Einzelfall noch transportfähig ist, entscheidet vor Ort der Tierarzt.

 

 

 

 

 

 Sprung zum Anfang

 

Home